Freitag, 25. Januar 2013
Inkompetentes §%&"/§
Ich schrieb ja schon mal darüber, dass ich Zuwachs bekommen habe. So unter dem Kinn Richtung Hals. Damit war ich in einer größeren Hautarzt Praxis in Bielefeld. Der Arzt diagnostizierte ein Atherom. Nicht hübsch, aber selten und nicht bösartig. Ein Grützbeutel wirds im Volksmund genannt. Das ist so eine Art Zyste um eine Talgdrüse. Der Talg kann nirgendwo hin und die Zyste wird immer größer. Manchmal wächst das Ding langsam, manchmal schnell und manchmal entzündet sich das auch. Bei mir wuchs es erst langsam und dann rasant und entzündete sich auch ein wenig. Der Arzt mach auf cool und meinte, dass wir das Ding dann in vier Wochen raus machen. So in einer kurzen OP mit örtlicher Betäubung. Nix wildes und so ging ich erleichtert nach Hause. Immerhin war es kein Krebs. Zu Hause erzählte ich dem Gatten davon und der war gar nicht begeistert, dass die OP erst in vier Wochen statt finden sollte, denn er meinte, dass das Ding zu schnell für so ein langes Aufgeschiebe wächst. Ich winkte erstmal ab, war ja alles cool im Moment. Eine Woche später war aber gar nichts mehr cool.

Am Samstag kotzte uns die Große die Bude voll, so dass ich spät abends noch mit ihr in die Kindernotfallpraxis am städtischen Krankenhaus fuhr und am Sonntag Morgen konnte ich meinen Hals kaum noch bewegen, da das Ding, also das Atherom, gefühlt RIESIG war und so fett entzündet war, dass es mir die Tränen in die Augen trieb.

Ich rief also meine Mutter an, ob sie kommen könnte den Gatten bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, denn die Große war ja auch noch krank und machte mich selber auf den Weg ins städtische Krankenhaus. (Vorher war ich aber noch in einer anderen Klinik, doch da schickte man mich weg, weil kein HNO da war). Also es war Sonntag Vormittag und die Notaufnahme BRECHEND voll. War ja klar. Im Wartezimemr saßen aber ein paar nette Mädels und so jammerten wir uns ein wenig die Taschen voll. Eine hatte eine Mittelohrentzündung, eine Unterleibsschmerzen und eine einen Abszess am Hintern. War echt ganz ulkig. Zwischenzeitlich bot mir ein nettes Twitterehepaar (Grafgrau nebst Gräfin), dass nur ein paar Straßen weiter wohnte, Kaffee und Apfelkuchen an :-)Nach nur drei Stunden Wartezeit kam ich endlich dran. Eine HNO Assistenzärztin schaute sich das Atherom an und meinte, dass es doch sehr entzündet wäre und man jetzt erst die Entzündung hemmen müsste, bevor man operieren könnte. Sie punktierte das Ding noch, um zu gucken, ob da Eiter drin ist (ich kann Euch sagen, punktieren an der Stelle am Hals, wenns auch noch entzündet ist, tut saumäßig weh), war aber zum Glück nicht. Sie verschreib mir ein sehr starkes Antibiotikum und meinte, dass das mit dem Stillen aber jetzt echt nicht mehr ginge. Zu dem Zeitpunkt nahm ich ja schon Penicillin, aber das war hier zu schwach. Ich twitterte noch mit ein paar Mamis und einer Ärztin und alle rieten mir vom Weiterstillen ab. Ich fing also an die Abstilltabletten zu nehmen und warf das Antibiotikum hinter her.

So weit so gut. Am Dienstag dann der Knaller. Gegen Mittag wurde mir irre schlecht, musste mich übergeben, bekam förchterlichen Durchfall und war so was von müde, dass ich alle paar Minuten weg dämmerte. Leider war ich mit den Kindern alleine zu Hause und ich schaffte das alles nicht mehr. Ich rief den Gatten an, der dann es auch nach zwei Stunden schaffte zu Hause einzutrudeln. Ich verzog mich sofort ins Bett und schlief meinen Rausch aus. Als ich wieder einigermaßen klar denken konnte, schnappte ich mir die Beipackzettel und war fassungslos. Das man von Antibiotikum Durchfall bekommen kann kennt man ja, aber die Abstilltabletten waren der Hammer. Da kann man alles von kriegen. Durchfall, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, Schwindel, Müdigkeit usw. Und ich hatte das volle Programm. Dazu kam dann noch, dass die Tabletten so schnell gar nicht wirken können und ich mega viel Milch hatte. Also Milchstau deluxe mit Brustentzündung. Zu dem Zeitpunkt war ich so weit, hätten wir im 10. Stock einer Mietskaserne gewohnt, ich wäre aus dem Fenster gesprungen *achtungscherz* Wenn Du meinst es kann nicht mehr schlimmer kommen, dann kommt es halt noch schlimmer.

Ich setzte die Abstilltabletten also ab und rief meine Hebamme ab. Die sagte mir, was ich genau tun müsse, um die Milch zu reduzieren. Sie warnte mich aber gleich, dass es bis zu zwei Wochen dauern könne, bis die Schmerzen weg seien. Juchu, ich habe ja Zeit! Verdammt. Zwei Wochen pralle Brüste, Schmerzen und schlechte Laune. Kinder nehmen auf sowas ja auch keine Rücksicht und hopsen einen ja auch noch andauernd an. War echt lustig sage ich Euch. Vor allem das Baby, das meinte Abstillen ist nicht. Tagsüber war das ja kein Problem, aber nachts, ich sage Euch, die ersten Nächte waren der HORROR! Sie wollte an die Brust. Unbedingt! Sie kam an wie ein kleiner Rammbock und rammte ihren Kopf immer wieder in meine Brust und weinte. Die Flasche schlug sie mir immer wieder aus der Hand. Irgendwann gab sie auf und trank die Flasche, aber ich hatte so ein schlechtes Gewissen und die Kleine tat mir sooooo leid. Es war echt ein verdammter Mist. Das Antibiotikum nahm ich aber brav weiter und hatte die ganze Woche einen widerwärtigen Durchfall. Ich kam teilweise kaum vom Klo runter. Ich nahm Immodium akut und Perenterol. Kaum etwas half. Der Doc meinte ich hätte dann wohl alles. Den Infekt von der Großen und von beiden Medikamenten die Nebenwirkungen. Man nimmt ja alles was man kriegen kann. Haha. Wenn Du meinst es kann nicht mehr schlimmer kommen....ach ja...

Am Freitag letzter Woche war das Antibiotikum dann endlich alle und das Atherom war auch schon kleiner. Aufatmen also. Jetzt noch die Milch in den Griff kriegen und dann wird das. Dachte ich. Am Samstag Abend fing dann der Gatte an das Klo zu belegen. Und da er nicht wusste was zuerst, klaute er mir also noch die Badezimmermülleimer und machte es sich in unserem Gäste WC gemütlich. Noch so ein Totalausfall. Wenn Du also meinst es kann nicht mehr schlimmer kommen...ach was solls. Der Gatte schlich also das ganze Wochenende wie eine Leiche durchs Haus und ich war mal wieder alleine mit den Kindern. Selber noch völlig ko, aber was solls. Am Monatg ging es dem Gatten schon ein wenig besser und er ließ sich krank schreiben. Am Nachmittag bemerkte ich dann, dass das Atherom wieder größer wurde und auch schmerzte. Ich rief also direkt beim Hautarzt an und ich sollte sofort kommen. Kaum saß ich im Sprechzimmer, saß ich auch schon im Wartebereich des OPs. Das Atherom sollte jetzt sofort raus. Ah ja, plötzlich geht das also. Ich wurde für den Eingriff fertig gemacht und eine Ärztin machte sich daran das Atherom zu entfernen. Sie versuchte es mit vereisen. Haha, das ging dann leider schief, weil ich vor Schmerzen fast ohnmächtig wurde. Die Entzündung war so heftig, dass das Vereisen gar nicht half. Also doch Betäubungsspritze. Nach ein paar Minuten ging es dann und das Atherom wurde entfernt. Die Ärztin war sehr über die Größe erstaunt. So ein großes Atherom hatte sie an der Stelle noch nie gesehen. Ja, kurioses gibt es bei mir immer. Dann durfte ich nach Hause und packte mich dort mit einer Ibu 800 aufs Sofa und schlief ein wenig. Jetzt darf ich alle drei Tage zum Verbandswechsel und Spülen. Man hat ja sonst nix zu tun.

So und jetzt mal Klartext: Wenn dieser beknackte Arzt das Ding sofort oder zumindest zeitnah entfernt hätte, dann wäre der ganze Scheiß nicht passiert. Ich hätte nicht Abstillen müssen, ich hätte nicht so gekotzt und gesch.... und hätte nicht so in den Seilen gehangen. Das nächste Mal höre ich auf den Gatten und hole mir eine zweite Meinung ein. Denn manchmal, da hat auch mein Mann mal Recht :-)
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Mittwoch, 23. Januar 2013
Mal wieder was zu verkaufen
So langsam muss ich anfangen die Babysachen zu verkaufen. Wer Interesse hat, kann ja hier mal gucken.

Hier gehts zu ebay

Der Keller quillt nämlich langsam über :-)
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Montag, 14. Januar 2013
Die letzte Woche mit einem Wort: KACKE!
Jawohl Kacke. Die letzte Woche war echt nur kacke. Es fing damit an, dass die drölfzigtausendste Erkältung bei mir und dem Baby Einzug hielt. Besser gesagt war es ja "nur" eine Verschlimmerung der vorhandenen Erkältungen bei uns beiden. Hin und wieder jammerte auch der Gatte, dass er abends wieder Halsschmerzen hatte. Die Große nieste auch wieder vermehrt und ach was solls, es war wieder mal Kacke.

Dann hatte ich mich doofer Weise ja schon letztes Jahr zu einem dreitägigen Erste Hilfe Kurs für Kinder angemeldet. Drei Abende zweieinhalb Stunden lang. Und das zu einem Zeitpunkt, wo unser Baby das Schlafen total verlernt hat und auch gar nicht mehr wollte. Höchstens mal ein viertel Stündchen bei Mama auf dem Arm. Wie bitte? Papa? Nein danke, der geht ja gar nicht. Der hat keine Brüste. Punkt. Also von Dienstag bis Donnerstag Abend weg, dem Gatten das schreiende Baby überlassen und den ganzen Abend vor Selbstmitleid und schlechtem Gewissen beim Kurs zerfließen und die Hälfte nicht mitbekommen. Am Mittwoch Abend dann beim Kurs gesellte sich auch noch eine Mandelentzündung dazu. Am Donnerstag sollte aber nun die erste Turnstunde der Großen sein und sie freute sich deswegen schon eine halbe Ewigkeit einen Loch in den Bauch. Das Kind vertrösten? Nein, geht nicht. Also mit Mandelentzündung zum Turnen. Am Freitag stellt man dann aber fest, dass die Mandelentzündung richtig fies ist und man heult und geht zum Arzt. Der Arzt findet den Gesundheitszustand sehr ärgerlich, fragt einen, warum man seit acht Wochen erkältet ist und nicht vorbeikommt. Recht hat er, aber wann sollte ich denn kommen? Es war einfach keine Zeit. Der Arzt besteht auf Penicillin und behauptet, dass ich dann aber abstillen müsste. Man akzeptiert schweren Herzens und bekommt auch gleichzeitig Tabletten zum Abstillen. Am Nachmittag erfährt man dann von einer Ärztin bei Twitter, dass man Penicillin nehmen kann und trotzdem stillen darf. Juchu. Das Baby scheint es auch zu vertragen und meine Gyn bestätigt mir das auch noch.

Dann will die Große plötzlich und ohne Vorwarnung bei der Oma schlafen. OK. Am Freitag geht das. Der Gatte bringt abends die Oma mit der Großen weg und plötzlich hat man nur noch ein Kind. Am Samstag dann soll ich nachmittags nachkommen und ich sehe schon auf den ersten Blick, dass das Kind krank ist. Sie ist abgeschlagen, müde und klagt über Bauchschmerzen. Ich beobachte sie und zwei Stunden später bricht sie der Oma das Wohnzimmer voll. Na klasse. Beide Kinder also schnell nach Hause. Bis 21 Uhr bricht die Große acht Mal und mir wirds zu bunt. Ich fahre mit ihr zur Kindernotfallpraxis und wir sind auch die letzten bevor das Licht ausgeht. Virus was sonst. Kind soll Cola trinken. OK. Ab nach Hause, Kind trinkt Cola und isst ein paar Salzstangen und bricht alles wieder aus. Ich stecke das Kind ins Bett und es schläft. Es ist Mitternacht. Ich lege mich vor das Bett der Großen und schlafe auch ein. Um Halb eins schreit das Baby. Ich lege mich also mit Baby ins Bett und hoffe, dass die Große jetzt nur noch schläft und nicht mehr bricht. Irgendwann in der Nacht höre ich ich, wie die Große rüber kommt. Sie legt sich zu mir und würgt. Aber zum Glück kommt nichts mehr und sie schläft sofort wieder ein.

Am nächsten Morgen nach einer Nacht mit Dauerstillen und Magen Darm Kind im Rücken bin ich total gerädert und versuche aufzustehen. Ich fühle mich wie 100 Jahre alt und krieche förmlich ins Bad. Ich kann den Kopf nicht mehr drehen oder heben. Ein fürchterlicher Schmerz durchfährt mich und ich taste unter mein Kinn und fühle einen Knubbel so groß wie ein Tischtennisball. Die blöde Zyste an meinem Hals hat sich weiter entzündet und ist auf das zehnfache angewachsen. Na toll. Die Schmerzen werde im Laufe des Morgens immer schlimmer und ich entschließe mich in die Klinik zu fahren. Oma springt mal wieder als Unterstützung ein, denn der Gatte hat Migräne und würde den Vormittag mit beiden Kindern alleine nicht schaffen. (Arme Oma)

In der ersten Klinik werde ich abgewiesen, denn man hat keinen HNO Arzt. In der zweiten Klinik ist es rappelvoll und ich muss zweieinhalb Stunden auf einen HNO Arzt warten. Es ist natürlich eine Assistenzärztin und total unsicher. Aber sie ist sich ebenfalls sicher, dass es eine Zyste ist, die nun extremst entzündet ist. Sie will eine Punktion machen, um zu gucken, ob sich Kollege Eiter dazu gesellt hat. Sie vereist die Stelle und sticht zu. Himmerlarschundwolkenbruch. Das mit dem Vereisen hätte sie sich auch klemmen können, denn das tut immer noch Arsch weh. Zum Glück kommt nur Blut und kein Eiter. Operieren kann man aber bei der Entzündung nicht. Also stärkeres Antibiotikum und ab nach Hause. Allerdings sagt die Ärztin noch, dass es dann jetzt wirklich mit dem Stillen war. Mit den neuen Antibiotikum sollte man nicht mehr stillen. Ich hole mir unterwegs was von dem Burger König und suhle mich in Selbstmitleid, denn mit den ollen Verband unter dem Kinn kann man nicht mal den Burger essen. So eine Scheiße aber auch.

Gegen 15:30 Uhr bin ich zu Hause. Endlich kann ich für meine Kinder da sein.

Was sagte der Doc in der Kindernotfallpraxis: "Lächle und sei frohgemut, denn es kann nicht schlimmer kommen. Und ich lächle und es kommt noch schlimmer." Recht hat er der Doc.
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